Schlagwörter

, , ,

Der eine Adventskalender

„Hast du schon einen Adventskalender?“, fragte Joshi seine Freundin Ina, mit der er gemeinsam in den Kindergarten geht.
„Nein, habe ich nicht. Es ist doch noch gar nicht so weit!“, antwortete Ina. „Hast du denn schon einen?“
„Drei“, freute sich Joshi. „Einen von Oma Berta, einen von Onkel Jonas und einen von Tante Uschi. Die waren alle am Sonntag bei uns zu Papas Geburtstag. Das war lustig. Nun aber weiß ich nicht, welchen Kalender ich nehmen soll.“
„Puh! Das ist schwierig“, sagte Ina. „Du könntest zwei abgeben!“ Sie nannte auch gleich ein paar Kinder, die bestimmt gar keinen Adventskalender haben würden.
Joschi sah Ina entsetzt an. „Aber dann sind sie doch böse und traurig und dann werden sie mir nie mehr etwas schenken.“
„Wer?“
„Oma Berta, Onkel Jonas und Tante Uschi. Und Mama bestimmt auch.“
„Warum deine Mutter?“
„Weil sie mir auch noch einen Adventskalender schenken wird. Wie immer“, vermutete Joschi. „Dann habe ich vier.“
„Welcher von allen ist denn der Schönste?“, wollte Ina wissen.
Diese Frage konnte Joshi nicht beantworten. „Jeder ist schön, am spannendsten ist aber immer der von Mama. Da stecken in den Türchen nämlich keine Schokolade oder kleine Geschenke. Mama lässt sich für jeden Tag bis Weihnachten etwas Spannendes für den Nachmittag einfallen. Das macht irre Spaß!“ Joschis Augen leuchteten, wenn er nur daran dachte. „Im Advent nimmt sie sich die Zeit, die ihr sonst manchmal fehlt.“
„Dann ist dies dein bester und wichtigster Kalender“, befand Ina. „Den darfst du schon mal gar nicht weggeben.“
„Stimmt! Die anderen aber werde ich verschenken an Jazir, Ilma und Mela. Oma Berta, Onkel Jonas und Tante Uschi werden das bestimmt verstehen.“
Joshi war fest entschlossen und Ina stimmt ihm zu. „Das klingt cool“, meinte sie und dann spielten sie eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

Der eine Adventskalender, Bildquelle © AnnaliseArt/pixabay