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Pia Pinguin

„An Fasching werde ich ein Pinguin sein“, verkündet Pia beim Mittagessen. „Alle in der Klasse verkleiden sich als Pinguine und wir gehen als große Pinguinfamilie zum Faschingsumzug.“
„Gute Idee“, sagt Papa und denkt an die Cowboy- und Indianerträume, die er als Junge gehabt hat. „Aber wie kommt ihr ausgerechnet auf Pinguine?“
„Weil wir in der Schule gerade mächtig viel über sie gelernt haben“, sagt Pia. „Und es klingt auch gut: Pia Pinguin! Das passt.“
„Stimmt“, sagt Mama und auch sie denkt an Cowboys und Indianer, weil sich Pia an Fasching bisher immer als Cowboy oder Indianer verkleidet hat. „Ein Pinguin trägt aber keinen Revolver“, meint sie dann und grinst.
„Hoho! Komisch würde das aussehen.“ Pia lacht. Dann aber erschrickt sie. Fasching ohne Ballern und Lärmen kann sie sich – irgendwie – so gar nicht vorstellen. An Fasching MUSS man doch laut sein, um die Wintergeister zu vertreiben. So ist der Brauch. Pia weiß das ganz genau, denn das hat sie auch in der Schule gelernt. Nachdenklich sieht sie Mama an.
„Was ist das? Ein Pinguin?“, fragt da ihre kleine Schwester Annika.
„Ein Vogel, der nicht fliegen kann“, erklärt Pia. „Aber Pinguine können toll schwimmen. Sie setzen ihre Flügel zum Rudern und Tauchen ein und sind im Wasser richtige Akrobaten.“
„Was fressen die denn?“, will Annika wissen.
„Hauptsächlich Fische. In der Antarktis, wo sie leben, gibt es genug davon. Eine dicke Fettschicht schützt die Pinguine vor der Kälte. Und sie haben viele kurze Federn, mit denen sie sich aufplustern und vor dem Wind schützen.“
Papa staunt. „Toll. Was du alles weißt.“
Mama aber guckt Pia wieder prüfend an. „Dann seid ihr wohl alle Kaiserpinguine. Die sind – wie ihr – über einen Meter groß.“
Pia grinst nun auch. „Faschingspinguine sind wir. Ganz einfach.“ Und sie hat auch gleich eine gute Idee. Faschingspinguine, überlegt sie insgeheim, können unter ihrem Federkleid auch einen Revolvergurt mit Revolvern und Knallerbsen zum Winterverjagen tragen. An Fasching ist schließlich – fast – alles möglich. Aber das denkt sie nur ganz leise.
© Regina Meier zu Verl & Elke Bräunling