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Zauberseifenblasen

Mama hatte Sophie überredet, einen Winterspaziergang mit ihr zu machen. Sophie wollte eigentlich lieber im warmen Zimmer bleiben und mit ihrem Zauberkasten spielen. Doch Mama hatte nicht lockergelassen.
„Frische Luft tut gut und draußen können wir auch zaubern! Ich werde es dir zeigen!“, hatte sie versprochen, und da Sophie neugierig war, zog sie ihre dicke Jacke an und die warmen Stiefel. Oma hatte ihr eine Mütze gestrickt, die zog Sophie über die Ohren und dann ging es los.
„Wann zaubern wir denn endlich?“, fragte Sophie ungeduldig. Sie waren gerade mal ein paar Meter gegangen.
„Warte, bis wir am See sind!“, sagte Mama und lächelte. War sie auch mal so ungeduldig gewesen als kleines Mädchen, fragte sie sich. Bestimmt war das so.
„Als ich klein war, bin ich immer mit meinem Opa spazieren gegangen!“, erzählte sie.
„Habt ihr auch gezaubert?“, wollte Sophie wissen.
„Nein, wir haben uns nur unterhalten, das heißt: eigentlich habe ich geredet und mein Opa hat zugehört!“ Mama lachte und Sophie stimmte ein. „Das kann ich mir gut vorstellen, auch wenn ich meinen Uropa nicht mehr kennengelernt habe!“
„Wieso kannst du dir das vorstellen?“, fragte Mama.
„Na, wenn wir spazieren gehen, dann redest du auch die ganze Zeit und ich sage nichts!“, meinte Sophie, korrigierte sich aber gleich: „Fast nichts!“
„Das stimmt doch gar nicht!“ Mama tat als sei sie beleidigt, ganz so, wie Sophie es immer machte, wenn ihr etwas nicht passte. Um das zu unterstreichen, stampft sie sogar einmal fest mit dem Fuß auf.
„Stimmt jawohl!“, rief Sophie und stampfte ebenfalls mit dem Fuß auf. Dann sahen sich die beiden an und lachten laut auf.
„Wir sind schon zwei Stampfer!“, lachte Mama und Sophie nickte. „Ja, das sind wir!“
Sie waren beim See angekommen. Schön sah es da aus, in den Zweigen rund um das Ufer hing noch ein wenig Schnee und die Ränder des Sees waren zugefroren.
„Ist das nicht toll hier?“, fragte Mama begeistert und zog ein Fläschchen mit Seifenblasen aus ihrer Manteltasche. „Jetzt zaubern wir!“
Sie schüttelte das Fläschchen, nahm den Pustestab heraus und blies hinein. Viele Seifenblasen schwebten durch die Luft und eine setzte sich auf einen Zweig. Was dann geschah, versetzte Sophie ins Staunen. Augenblicklich gefror die Seifenblase und sah aus wie eine richtige Glaskugel.
„Siehst du, ich kann zaubern!“, rief Mama.
„Darf ich auch mal?“, wollte Sophie wissen.
„Klar, aber pass auf, dass du die Flüssigkeit nicht verschüttest, dann ist es aus mit der Zauberei!“
Sophie pustete und schaute den Seifenblasen hinterher. Einige schwebten auf die Erde und wieder gefroren sie sofort.
„So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen!“, schwärmte Sophie und sie konnte gar nicht genug von der Seifenblasenzauberei bekommen. Leider passierte es dann doch, dass sie in ihrer Begeisterung nicht aufpasste und den Inhalt des Fläschchens verschüttete. Wie immer eigentlich!
„Gehen wir morgen wieder hierher?“, fragte sie traurig.
„Gern, und dann nehmen wir den Fotoapparat mit, damit wir die Zauberseifenblasen knipsen können!“, versprach Mama.
© Regina Meier zu Verl