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18. Dezember
„Die Tiere spüren wohl auch, dass bald Weihnachten ist!“, verkündete Opa Josef, als er wieder ins Haus kam, wo Oma, Mama und Papa in der Stube versammelt waren. Mama strickte an ihrer letzten Weihnachtssocke, denn handgestrickte Socken hatten auf allen Wunschzetteln der Familie gestanden. „Wie kommst du darauf?“, wollte Papa Hannes wissen, der am Tisch saß und Weihnachtskarten an die Freunde und Verwandten schrieb, die man zum Fest nicht sehen würde.
„Sie hatten sich im Stall versammelt und saßen da andächtig zusammen, beinahe wie im Stall von Bethlehem!“ Opa lachte noch immer, als er sich an das Bild erinnerte.
„Ach Quatsch, das kommt dir nur so vor. Erzähl das nur nicht dem Jungen, der springt auf solche Geschichten an.“ Oma schüttelte den Kopf. Was ihr Mann sich nur immer ausdachte!
„Ich schwöre es, das ist kein Quatsch. Sogar Schorsch stand friedlich bei den anderen!“, beteuerte Opa, der es ja mit eigenen Augen gesehen hatte. „Schaut doch nach, dann wisst ihr, dass ich nicht lüge!“
„Ist schon gut, Vater. Wir glauben dir ja!“, lenkte Papa ein. Er erinnerte sich an die vielen schönen Geschichten, die Opa Josef ihm als Kind erzählt hatte. Er hatte es geliebt und immer seinem Vater abgenommen, was er erzählte, auch wenn es noch so unmöglich erschien. Er nahm die nächste Weihnachtskarte, die einen prächtigen Weihnachtsbaum zeigte, auf dessen Spitze ein goldener Trompetenengel thronte. Er schrieb:
Ein lieber Weihnachtsgruß kommt hier von uns allen. Wir sind in schöner Weihnachtsstimmung, sogar die Tiere kuscheln friedlich miteinander im Stall. Wenn Ihr das nicht glaubt, dann fragt Vater Josef, der hat’s gesehen!
Er malte noch einen dicken zwinkernden Smiley darunter und unterschrieb schwungvoll – Hannes und Familie.
Zufrieden blätterte er alle Karten noch einmal durch.
„Die müssen spätestens morgen in den Briefkasten, damit sie noch pünktlich ankommen und nun gehe ich ins Bett. Der Schlaf vor Mitternacht ist der Erholsamste!“, sagte er und wenn er genau hingeschaut hätte, dann wäre ihm aufgefallen, dass Kater Jupp grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Morgen geht es weiter, nur noch ein paar Tage sind es bis zum Fest, vielleicht sollte ich auch meine Weihnachtskarten endlich schreiben …