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13. Dezember
Hendrik erholte sich schnell. Bereits am nächsten Morgen hatte er wieder Appetit und außer einer laufenden Nase plagte ihn nichts mehr.
Er freute sich darauf, in der Nacht wieder mit den Tieren sprechen zu können und er machte sich bereits eifrig Notizen auf seinem Block.
„Du Mama, wie war das eigentlich damals in Bethlehem? Gab es da Licht im Stall?“, wollte er von seiner Mutter wissen.
„Das weiß ich nicht! Vielleicht eine Laterne? Kerzen wären ja viel zu gefährlich gewesen in einem Stall voller Heu und Stroh!“, antwortete die Mutter.
„Stimmt!“ Hendrik strich das Wort Licht dick durch.
„Und hatten sie im Stall einen Weihnachtsbaum?“, war die nächste Frage.
„Nein, Weihnachtsbäume hat man erst viel später aufgestellt, genau weiß ich das nicht. Lass Papa doch nachher mal nachschauen. In Bethlehem hatten sie jedenfalls keinen!“
„Okay!“ Hendrik strich auch den Weihnachtsbaum durch.
„Was machst du denn da eigentlich? Etwa freiwillige Hausaufgaben?“, fragte Mama.
„Es interessiert mich einfach!“ Das war nicht geflunkert, Hendrik wollte möglichst genau Bescheid wissen, damit er den Tieren die Wahrheit erzählen konnte.
„Eine Frage noch: Was ist mit Musik? Haben sie Weihnachtslieder gesungen damals?“
Die Mutter schüttelte den Kopf. „Nein, auch das haben sie damals sicher nicht gemacht. Vielleicht hat Maria dem Jesuskind ein Wiegenlied gesungen, das könnte ich mir gut vorstellen.“
Hendrik nickte. So langsam wurde ihm klar, dass das Weihnachten von heute ganz anders war, als der Heilige Abend damals, als Jesus geboren wurde. War ja auch klar. Es wusste ja niemand so richtig, was eigentlich los war. Außen den Hirten und später den Königen. Aber zuallererst hatten die Tiere davon erfahren, denn sie waren ja dabei.
„Das war ganz schön gemein damals, dass Maria und Josef in einem Stall wohnen mussten!“, meinte Hendrik nachdenklich. Eine Nacht im Heu im Sommer, das war toll, aber mitten im kalten Winter, das war heftig. Er konnte sich das jedenfalls nicht so richtig vorstellen und dann dieses kleine Baby, wie musste das gefroren haben.

Wie gut, dass Hendrik sich erholt hat, schließlich brauchen ihn die Tiere für ihr Vorhaben. Sicherlich ist es für den Jungen auch eine sehr spannende Aufgabe. Wie es weitergeht erfahrt ihr, wenn ihr morgen wieder reinschaut …