Schlagwörter

, , ,

IMG_20141219_150851085
11. Dezember
Die anderen Tiere waren sehr gespannt, was für eine Idee Schorsch hatte. „Dann leg mal los!“, forderte Jessy ihn auf.
„Mach zuerst mal die Tür auf, wenn ich mit euch rede, dann will ich auch bei euch sein!“, bat Schorsch, der in seiner Box immer allein war und sich mächtig anstrengen musste, um über die hohe Holztür zu schauen.
Jessy packte den Riegel mit den Zähnen und öffnete die Tür.
„Aber nicht abhauen, verstanden?“, ermahnte er das Pony.
„Werde ich schon nicht, bin ja nicht blöd!“ Schorsch schaute sich neugierig um.
„Was guckste so? Noch nie einen Gemeinschaftsstall gesehen?“, fragte Berta, die nur im Winter im Stall wohnte. Ansonsten graste sie auf der Weide und kaute den ganzen Tag vor sich hin. Jetzt aber war es kalt geworden und sie lebte im Stall, genau wie Jessy und die Schafe. Schorsch, der schon ein wenig in die Jahre gekommen war, verbrachte die meiste Zeit in seiner Box. Man sagte ihm nach, dass er sich nicht mit anderen vertragen könnte. Das stimmt aber nicht, er war halt ein Einzelgänger und das war er gern. Für das Weihnachtsspiel wollte er eine Ausnahme machen und außerdem könnte er so seinem Liebling Hendrik etwas näher sein.
„Als ich damals so krank war, erinnert ihr euch, da hat Hendrik mir immer vorgelesen aus seiner Kinderbibel!“, erzählte Schorsch. „Ich habe das geliebt, seine helle Stimme hat mich geheilt, auch wenn ich nicht alles verstanden habe, was er vorgelesen hat. Einiges habe ich aber behalten und vor allem …“ Er machte eine kunstvolle Pause. Die anderen Tiere lauschten gebannt. „Vor allem weiß ich eines: er hat so eine Bibel, in der alles drinsteht, was wir wissen müssen. Wir sollten also heute dafür beten, dass Hendrik schnell gesund wird, damit er uns weiterhelfen kann!“
Insgeheim wünschte sich Schorsch, dass Hendrik ihnen vorlas. Dieses Glück wollte er gern mit den anderen teilen, auch wenn er ansonsten ein Einzelgänger war.
„Ich kenne ein Gebet!“, rief Lisbeth aufgeregt.
„Na dann, sag es auf!“, übernahm Jessy wieder die Führung, Schorsch hatte ihn zwar beeindruckt, aber nun hatte er genug geredet.
„Mache ich! Ich muss mich nur kurz besinnen und ihr müsst alle ganz still sein!“, sagte Lisbeth und schloss die Augen.

Was wird sie sagen, die Lisbeth? Ein Schafgebet, oder gar ein Vater Unser? Morgen werden wir es erfahren, schaut bitte wieder rein …

Wer spielt mit in der Geschichte (zur besseren Übersicht)

Jupp, der Kater,
Berta, die Kuh,
Jessy, der Esel, Schorsch, das Pony,
Agnes, Lisbeth und Trudi, die Schafe,
Erna Maus und Familie,
Opa Josef,
Papa Hannes, und Mama
Hendrik