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8. Dezember
Andererseits musste ihr Vorhaben aber gut geplant werden, wenn es richtig gelingen sollte. Vielleicht war es doch nicht so eine dumme Idee, vorher einen Plan zu schreiben. Gut, dass Hendrik das übernehmen würde. Somit konnte sich Jessy auf das Wesentliche konzentrieren. Den ganzen Morgen dachte er nun schon nach und je mehr er nachdachte, desto schwieriger erschien ihm das Ganze.
„Verflixt, wir brauchen eine Maria!“, rief er plötzlich völlig unvermittelt. „Wo sollen wir die hernehmen?“
„Haben wir denn schon einen Josef und ein Kind?“, fragte Berta, die glaubte mal wieder etwas verpasst zu haben.
„Nee, haben wir nicht, aber den Josef könnte doch Hendrik übernehmen. Der kennt sich aus, sein Opa heißt auch Josef!“ Jessy sagte das so dahin, richtig überzeugt war er aber nicht von der Idee. Hendrik war eigentlich viel zu jung, er konnte unmöglich einen Vater spielen.
„So, so, und du meinst, dass er sich auskennt, weil sein Opa Josef heißt?“, fragte Berta argwöhnisch und streute damit Salz in die frische Wunde.
Die Schafe gackerten, sie fanden die Gespräche zwischen Berta und Jessy ziemlich lustig.
„Jungs und Mädels, so wird das nichts. Ihr müsst schon ein wenig mitdenken und mich unterstützen!“, schimpfte Jessy beleidigt.
„Findest du nicht, dass ich eine wunderschöne Maria abgeben würde?“, fragte Lisbeth und sie drehte sich einmal um die eigene Achse, um sich von allen Seiten zu zeigen.
„Bist du verrückt? Du bist ein Schaf und keine Frau!“, spottete Agnes. Trudi zog es vor, sich da rauszuhalten.
„Wir könnten Anna dazu bitten, sie wohnt auf dem Nachbarhof. Sie wäre sicher eine tolle Maria und als Kind nehmen wir ihre Puppe!“, wisperte Erna Maus. „Die habe ich mal gesehen, als ich mich nachts in ihr Zimmer geschlichen habe. Sie hat dort immer so leckere Kekse und ab und zu hole ich mir mal einen davon!“
„Du Diebin!“, schimpfte Berta. „Und uns wieder nichts abgeben!“, fügte sie hinzu.
„Nicht streiten!“, befahl Jessy. „Die Idee mit Anna finde ich gut und eine Puppe ist doch auch prima als Christkind, die vergisst wenigstens ihren Text nicht.

So ist das also, da schleichen sich die Mäuse nachts in unsere Wohnungen und stehlen Kekse, unglaublich. Aber so richtig böse sein kann man den süßen Mäuschen auch wieder nicht. Morgen erfahren wir, wie es weitergeht, Keks hin oder her.