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7. Dezember
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass Jupp und Hendrik sich eine Menge zu erzählen hatten. An Schlaf war also vorerst nicht zu denken.
„Wir müssen die Zeit nutzen, denn nur eine Stunde lang kannst du unsere Sprache verstehen!“, erklärte Jupp. „Was aber gut ist, ist, dass du nun weißt, dass ich dich immer verstehen kann. Wenn du also Ideen hast, dann nur immer her damit und morgen Nacht können wir ja wieder plaudern!“ Jupp gähnte und auch Hendrik konnte die Augen plötzlich kaum noch offenhalten.
„Ist gut!“, sagte er deshalb und kuschelte sich in sein Kissen.
Am nächsten Morgen fand er tatsächlich allerlei Leckereien in seinem Stiefel. Mama wollte von ihm wissen, wann er denn den Stiefel aufgestellt hatte. Sie lächelte verschmitzt. „Um Acht stand er noch nicht da, ich dachte schon, dass du es ganz vergessen hast!“
„Hatte ich auch zuerst, doch dann hat Jupp …“ Hendrik stockte. Er durfte sicher nichts verraten. „… mich aufgeweckt mit seinem Geschnarche und da fiel es mir wieder ein.“
„Hat er etwa wieder in deinem Bett geschlafen?“, fragte Mama ärgerlich. „Du weißt doch, dass er das nicht soll!“
Jupp verließ eilig die Küche, er hatte keine Lust auf Moralpredigten. Hendrik versprach vorsichtshalber, dass es nicht wieder vorkommen würde und flitzte hinter Jupp her in den Stall.
Dort war es ruhig, die Tiere schliefen. Sie hatten wohl noch lange geredet in der letzten Nacht und holten nun ihren Schlaf nach. Hendrik kraulte Berta hinter den Ohren und anschließend Trudi, Lisbeth und Agnes, die vor Wohlgefallen die Augen verdrehten.
Jessy grinste schon wieder übers ganze Maul. Irgendetwas hatte sich verändert, seit der Junge mit ihnen reden konnte. Man war sich vertraut wie nie. Sogar die Mäuse wagten einen kurzen Blick von ihrem Versteck aus.
„Heute Nacht komme ich wieder, ihr Lieben!“, versprach Hendrik. „Ich bringe einen Malblock mit, damit wir alles aufschreiben können, was wir besprechen!“
‚Menschen!‘, dachte Jupp. ‚Immer müssen sie alles aufschreiben und festlegen. Wo bleibt da das Spontane?‘

Na ja, so sind wir Menschen eben, manchmal ist das ja auch ganz gut, denn wenn viele an einer Sache beteiligt sind, dann muss man festlegen, wer an welcher Stelle was zu tun oder zu sagen hat, oder? Morgen geht es hier weiter, mal sehen, was der Hendrik so alles auf seinen Block kritzelt.