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2. Dezember
Jessy grinste, so ein richtig breites Eselsgrinsen, bei dem alle Zähne zu sehen waren. Genauso hatte er sich das vorgestellt, er wollte alle Tiere mit seiner Idee anstecken, dem Christkind etwas zu schenken. So wie damals, als die Tiere im Stall für das Neugeborene da waren. Geschenke hatten zwar nur die Hirten und die Könige gebracht, aber es musste ja nicht immer alles so bleiben, wie es früher war. Man konnte auch einfach mal ausbrechen aus alten Traditionen. Dafür musste die Jugend sorgen. So dachte Jessy sich das.
Die Schafe flüsterten miteinander und auch Familie Maus hatte sich versammelt, um zu beraten, wie sie sich beteiligen konnte. Berta kaute vor sich hin, nachdenklich, und da sie die einzige Kuh im Stall war, hatte sie niemanden, mit dem sie sich austauschen könnte.
Die Stalltür wurde geöffnet und der Sohn des Bauern trat ein. Ihm folgte der getigerte Kater Jupp. Seine Augen leuchteten im Dunklen, gefährlich sah das aus.
„I-A, I-A, der Hendrik!“, rief Jessy erfreut. Berta ließ ein kurzes „Muh“ ertönen und Familie Maus stob aus Angst vor Jupp eilig davon. Die Schafe rückten zusammen und schwiegen.
„Na, meine Lieben, geht es euch allen gut?“, fragte Hendrik und griff in seine Jackentasche. Er holte einige Scheiben trockenes Brot hervor und fütterte die Tiere damit. Er war ein guter Junge, mit einem großen Herzen.
‚Er ist der einzige Mensch, der die Sprache der Tiere verstehen könnte!‘, dachte Jessy. ‚Allerdings müsste er dazu einmal um Mitternacht in den Stall kommen und das war eher unwahrscheinlich.‘
Als Hendrik nun zärtlich seine Nüstern streichelte, versuchte Jessy, dem Kind mit Blicken mitzuteilen, was er von ihm wollte. Tief schaute er in Hendriks Augen, bittend, flehend, auch ein wenig fordernd.
„Was ist los, Dickerchen? Willst du mir was erzählen?“, fragte Hendrik erstaunt.
„I-A, I-A, das will ich!” Jessy fügte leise hinzu: „Komm heute um Mitternacht zu uns in den Stall, bitte!“
Ob Hendrik ihn verstanden hatte?

Wer gern wissen möchte, wie es weitergeht in der Geschichte und ob Hendrik verstanden hatte, was ihm Jessy mitteilen wollte, schaut einfach morgen wieder rein, denn dann geht es hier weiter.
Allen einen schönen 1. Advent,
Regina und Elke