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Adventskranzüberraschungen

Ein Adventskranz für die Paulsens

Weil Oma im letzten Jahr sehr krank gewesen ist, hat keiner von den Paulsens so richtig Freude an der Advents- und Weihnachtszeit gehabt. Auch einen Adventskranz hat keiner haben wollen, das heißt, als Mama vergessen hatte, wie sonst einen Kranz binden, hat es keiner bemerkt. Doch nun ist alles wieder gut und dieses Jahr, so hat es Mama versprochen, soll die Weihnachtszeit gemütlich und weihnachtlich sein wie früher.
Das haben sich auch Papa, Mara und Max vorgenommen. Und damit auch wirklich nichts schief geht, hat jeder für sich klammheimlich selbst noch ein bisschen mehr als sonst an den Advent gedacht. Und so kommt es, dass am ersten Adventssonntag vier Lichterkränze auf dem Tisch stehen. Von Papa ein Kranz aus Tannenzweigen mit roten Kerzen und Schleifen, von Mama ein Kranz aus hellen Weidenruten, verziert mit Hagebutten, roten Beeren und weißen Kerzen. Mara hat einen Kranz aus Kiefernzapfen gebastelt und ihn mit gelben Kerzen und Glitzersternen geschmückt. Auch Max ist nicht faul gewesen. Aus Draht hat er seinen Kranz geformt und zu den vier blauen Kerzen viele bunte Überraschungsei-Figuren in das Drahtgeflecht gesteckt. Toll sieht er aus, der Kranz. Nein, alle vier Adventskränze sehen toll aus, und die Paulsens staunen nicht schlecht. Vor lauter Kränzen gibt es nämlich auf dem Tisch keinen Platz mehr zum Frühstücken.
„Oha!“, sagt Mama. „Dieses Jahr ist er wirklich da, der Advent.“
„Gleich vier Mal!“, freut sich Mara.
„Und wenn wir an jedem Kranz nun eine Kerze anzünden“, überlegt Max, „ist schon Weihnachten. Weil dann nämlich vier Adventskranzkerzen brennen.“
„Träumer!“ Papa muss grinsen. „Aber was machen wir nun wirklich mit dieser ganzen Pracht. Vier Kränze für eine kleine Familie? Sind das nicht zu viele?“
„Ich habe eine Idee!“, überlegt Mara. „Onkel Pfeiffer von nebenan hat bestimmt vergessen, dass heute erster Adventssonntag ist. Ich schenke ihm meinen Kranz.
„Au ja“, ruft Max. „Und ich bringe meinen Kranz zu Umbo. Der ist neu in unsere Klasse gekommen. Aus Nigeria. Bestimmt freut er sich über einen Adventskranz.“
„Und meinen Kranz nehme ich mit ins ins Büro. Dann werden die Kollegen staunen.“ Papa nickt zufrieden.
„Und wem schenke ich meinen Kranz?“ Mama hat vor lauter Nachdenken rote Ohren bekommen.
„Niemandem“, rufen Mara, Max und Papa schnell. „Sonst haben wir ja wieder keinen mehr.“
„Stimmt. Wie gedankenlos von mir!“ Mama atmet auf.
Dann räumen Mara, Max und Papa ihre Kränze zur Seite, decken den Frühstückstisch und zünden feierlich die erste Kerze an Mamas Adventskranz an. Im gleichen Moment läutet es an der Haustür. Es sind Oma und Opa mit einem großen Adventskranz aus frisch duftendem Tannengrün und einem Korb voller Plätzchen, Adventskuchen, Äpfeln und Nüssen.
„Weil Advent im letzten Jahr ausgefallen ist“, sagt Oma, „dachten wir …“
Sie kommt nicht weiter, weil alle laut und fröhlich lachen.

© Elke Bräunling

Die Kurzfassung dieser Geschichte findet Ihr hier: Adventskranz-Überraschungen

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