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Weihnachtsmusik im Streichelzoo

„All die vielen Lichter auf einmal! Wie schön sie sind. Nur: Was sollen sie bedeuten?“
Andy, der kleine Esel im Streichelzoo schüttelte seine Mähne und blickte zu der Fichte am Zaun hinüber. Die hatte sich im Laufe dieses nebelnassen Tages nämlich verändert und trug viele kleine Lichter in ihren Zweigen.
Seine Freundin, die schwarzbunte Ziege Gloria, die schon ein paar Jahre hier lebte, berichtete, dass die Menschen die dunkle Zeit ein wenig erhellen wollten.
„Sie stellen Lichter auf und singen Lieder. Das ist schön.“
„Lieder? Auch über uns?“, wollte der kleine Esel wissen.
„Ja. Manchmal.“ Gloria nickte eifrig.
„Sing sie mir vor!“, bat Andy.
„Ich soll singen?“ Die Ziege lachte geckernd auf. „Hast du schon einmal eine singende Ziege gesehen?“
„Zur Menschen-Lichterzeit sollen manchmal Wunder geschehen. Das höre ich immer wieder“, rief Marieann, das Pony. Sie wieherte, und das klang ein bisschen wie ein helles Kichern.
„Wenn wir Glück haben, dann kommt wieder dieser Kinderchor am großen Festtag. Oh, wie schön die singen, diese Zwergmenschen!“ Gloria summte ein bisschen.
Schön hörte sich das nicht an, aber die anderen Tiere lauschten gebannt.
„Mach weiter, Gloria! Das ist schön, dieses Singen!“, bat Andy.
Er versuchte es auch und es dauerte gar nicht lange, da stimmte auch Marieann in das Gesumme mit ein.
„Guck mal, Papa! Die Tiere singen!“, rief plötzlich ein Kind. Voller Ungeduld zerrte es seinen Vater am Hosenbein zum Zaun des Geheges. „Schön klingt das!“
„Gesang? Schön? Ich höre nichts“ Der Vater sah sich um, dann brummelte er mit Bedauern in der Stimme: „Schade! Zu gern hätte ich einmal einen singenden Esel gehört.“
„Aber ja! Gerade singen sie ein Weihnachtslied“, erklärte das Kind. „Hör doch mal!“
Es stimmte in den Gesang der Tiere ein:
„Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all!“, sang es und sofort erinnerte sich die Ziege Gloria ebenfalls an den Text und sie stimmte mit ein:
„Zur Krippe herkommet, in Bethlehems Stall!
Schön klang das! Immer mehr Tiere versammelten sich um die Ziege. Sie lauschten dem Gesang des Kindes und der Ziege und sie staunten über den Esel, der leise dazu summte.
„Die redlichen Hirten stehn betend davor“, brummelte Papa und das Kind strahlte.
„Das sind wir, Papa, oder?“
„Wer?“, fragte Papa.
„Na, die Hirten!“, antwortete das Kind.
Marieann wieherte vor Freude. Ach, es machte großen Spaß, mit den Menschen im Chor zu singen!
„Na! Dann lasst uns singen!“, sagte der Vater, und leise murmelte er „Das glaubt mir keiner, wenn ich das erzähle!“ vor sich hin.
Das aber hörte keiner mehr, nicht die Tiere und nicht das Kind. Laut und fröhlich sangen sie viele Lieder und sie hatten großen Spaß dabei. Und wer das nun nicht glauben will, der ist selber schuld.

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl